Gemeinde Schnifis Bezirk Feldkirch Vorarlberg
Schnifis wurde zum europäischen Treffpunkt für Klimawandelanpassung Projekt SuPeRBE
Vom 22. bis 24. September 2026 stand Schnifis ganz im Zeichen der Klimawandelanpassung. Gemeinsam mit der Hochschule München war unsere Gemeinde Gastgeberin der Abschlussveranstaltung des europäischen Projekts SuPeRBE. Fachleute sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Österreich, Deutschland, Italien, Kroatien, Tschechien und Ungarn kamen im Laurentiussaal zusammen. Weitere Teilnehmende waren online zugeschaltet.
Im Projekt SuPeRBE beschäftigten sich neun Pilotgemeinden und Regionen mit einer zentralen Zukunftsfrage: Wie können Gebäude, Quartiere und Gemeinden besser auf Hitze, Starkregen, Sturm und andere Folgen des Klimawandels vorbereitet werden?
Während der Projektlaufzeit wurde ein umfassendes Bewertungssystem entwickelt, mit dem die Klimaresilienz von Gebäuden, Siedlungsräumen und Gemeinden untersucht werden kann. Mehr als 1.000 Kriterien aus Bereichen wie Energieversorgung, Wasser, Verkehr, Gesundheit, Umwelt, Rettungswesen und Versorgungssicherheit bilden dafür die Grundlage. Besonders wichtig ist dabei, dass die Bewertung an die jeweiligen regionalen Gegebenheiten angepasst werden kann. Eine Gemeinde im Alpenraum steht schließlich vor anderen Herausforderungen als eine Küstenregion oder ein dicht bebauter Stadtteil.
Internationaler Austausch in Schnifis
Neben der Präsentation der Projektergebnisse standen der internationale Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg im Mittelpunkt. Fachvorträge und Präsentationen weiterer europäischer Projekte zeigten, welche Maßnahmen sich in der Praxis bewährt haben und welches Wissen Fachleute künftig benötigen, um Gemeinden professionell an die Folgen des Klimawandels anzupassen.
Der zweite Veranstaltungstag wurde von Bürgermeister Florian Themeßl-Huber für die REGIO im Walgau eröffnet. In ihren Fachvorträgen beleuchteten Natalie Essig von der Hochschule München und Greg Foliente, Präsident von iiSBE, aktuelle Entwicklungen in der Klimawandelanpassung. Dabei wurde deutlich, dass eine resiliente Gemeinde nicht nur präventive Maßnahmen benötigt, sondern auch über einen leistungsfähigen Katastrophenschutz verfügen muss.
„Für eine kleine Gemeinde wie Schnifis war es eine große Ehre, Teil dieses internationalen Projekts zu sein und dabei die Sicht des ländlichen Raums einzubringen. Dass die Abschlussveranstaltung bei uns stattgefunden hat und Gäste aus ganz Europa nach Schnifis gekommen sind, zeigt, dass auch kleine Gemeinden wichtige Impulse für die Bewältigung großer Herausforderungen geben können“, betont Bürgermeister Simon Lins.
Neues internationales Netzwerk gegründet
Ein wichtiger Meilenstein der Veranstaltung war die Gründung des „International Climate Change Adaptation Network“ (ICCAN). Das Netzwerk soll den Austausch zwischen den bisherigen Projektpartnern und weiteren interessierten Gemeinden und Regionen langfristig fortsetzen. Ziel ist es, gemeinsame Lösungen zu entwickeln, Erfahrungen auszutauschen und neue internationale Projekte im Bereich der Klimawandelanpassung anzustoßen.
Für die Gemeinde Schnifis ist es eine besondere Auszeichnung, dass Bürgermeister Simon Lins zum Präsidenten des neu gegründeten Netzwerks gewählt wurde. Komplettiert wird der Vorstand durch Vize-Präsident Andrea Moro (iiSBE Italy, Italien), Schriftführerin Natalie Essig (Hochschule München, Deutschland), Kassier Ilja Drmač (Energy Institute Hrvoje Požar, Kroatien) und den Rechnungsprüfern (Lucie Kamler, Stadtplanung Praha5, Tschechien) und Bese Pál (Felecity, Ungarn).
Konkrete Ergebnisse für Schnifis
Für Schnifis war von Beginn an entscheidend, dass aus der wissenschaftlichen Arbeit konkrete Ergebnisse für die Gemeindepraxis entstehen. Im Rahmen des Projekts werden ein nachhaltiger Energie- und Klimaaktionsplan, ein Katastrophenschutzplan sowie ein Klimawandelanpassungsplan erarbeitet. Daraus ergeben sich wichtige Grundlagen für die zukünftige Entwicklung unserer Gemeinde, sei es beim Hochwasserschutz, bei der Siedlungsentwicklung, im Infrastrukturbereich oder bei der langfristigen Sicherung der Lebensqualität. Das Projekt hilft dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen, geeignete Maßnahmen zu entwickeln und die Widerstandsfähigkeit der Gemeinde gegenüber zukünftigen Herausforderungen zu stärken.
heimaten | Markus Berchtold Ph.D.
Gemeinde Schnifis | Bgm. Simon Lins